Sander_Karen_(C) Alexander VejnovicFoto: Alexander Vejnovic

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für diese Fragen nehmen!
Gerne!

Wann haben Sie bemerkt, dass Sie ein Talent zum Schreiben haben?
Ich habe schon als Grundschülerin Hefte mit Kinderkrimis vollgeschrieben, aber als Talent habe ich das nicht wahrgenommen, eher als besonderes Hobby. Die Erkenntnis, dass ich das offenbar ganz gut kann, kam erst mit den ersten Bucherfolgen.

Wie hat sich Ihr Leben nach den ersten Veröffentlichungen verändert?
Wurden Sie vom Erfolg überrascht?
Da der Erfolg nach und nach kam, hat sich auch mein Leben ganz allmählich verändert. Inzwischen führe ich ein Leben, um das ich andere früher beneidet habe. Ich kann mir meinen Tag frei einteilen, arbeiten, wann und wo ich will. Das empfinde ich als großes Glück.

War es schwierig für das erste Buch einen Verlag zu finden?
Es ging überraschend leicht. Ich hatte mich auf eine lange Suche eingestellt, dann hat aber ein Krimiverlag innerhalb weniger Wochen ein Angebot gemacht. Ich bin inzwischen bei größeren Verlagen, aber noch immer dankbar für die Chance, die dieser Verlag mir gegeben hat.

Was ist für Sie der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?
Die Mitte. Am Anfang sprudeln die Ideen, und das Ende habe ich immer schon lange vor Schluss im Kopf. Aber irgendwo um die Seite 150 herum gibt es einen Durchhänger, wo ich das Gefühl habe, dass ich es niemals schaffen werde, die Spannung bis zum Schluss zu halten und alle Fäden schlüssig zusammenzuknüpfen.

Haben andere Autoren Sie beeinflusst – und wenn ja: Wie?
Oh, da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich habe immer schon wahnsinnig viel gelesen und tue es noch. Und aus jedem Buch nehme ich etwas mit, das mich in meinem Schreiben weiterbringt. Abgesehen davon, dass es natürlich einfach Spaß macht, mit einem Roman in eine fremde Welt einzutauchen.

Wie lange dauerte es von der Idee, bis zum fertigen Produkt?
Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal arbeitet eine Idee jahrelang in meinem Kopf, bis sie reif ist, manchmal stürze ich mich sofort in die Arbeit. Im Schnitt dauert es aber ungefähr zwei Jahre von den ersten Notizen bis zu dem Tag, an dem ich das gedruckte Buch in den Händen halte.

Schreiben Sie mit der Hand, der Schreibmaschine, dem Computer? Wie darf man sich Ihren Arbeitsplatz vorstellen?
Nur auf dem Computer, alles andere dauert viel zu lang. Ich bin eine sehr ungeduldige Schreiberin. Mein Schreibtisch steht im obersten Stockwerk unseres Hauses unter der Dachschräge vor dem Fenster mit Blick in den Garten. Ich arbeite jedoch sehr oft in Cafés, etwa die Hälfte meiner Texte entsteht draußen, oft auch auf Reisen. Ich finde es sehr anregend, inmitten von fremden Menschen zu sitzen und dort kreativ zu sein.

EBooks oder Papierdruck?
Was halten Sie von Eselsohren in Büchern?
Ich lese meistens auf Papier, habe jedoch einen E-Reader für unterwegs. Ich finde es toll, viele Bücher dabei zu haben, die kaum Platz wegnehmen im Gepäck. Eselsohren mag ich gar nicht, aber ich finde schon, dass man Büchern ansehen darf, dass sie gelesen wurden.

Nehmen Sie sich die Kritiken, zu Ihren Büchern zu Herzen?
Zu Herzen nicht, aber ich nehme sie ernst. Ich schreibe ja für meine Leserinnen, also sollen ihnen die Bücher auch gefallen. Allerdings schaue ich schon genau hin, was an der Kritik berechtigt sein könnte und was vielleicht einfach nur Geschmackssache ist. Außerdem kann man es nicht allen recht machen, also muss man lernen auszuhalten, dass irgendwer immer etwas zu bemängeln hat.

Was ist das Geräusch/der Geruch Ihrer Kindheit?
Hortensien. Als ich ein Kind war, standen einige Hortensienbüsche vor unserem Haus und ich habe sehr oft mit meinen Freunden aus den Blättern Suppe «gekocht». Den Geruch der aufgeschnittenen Blätter würde ich jederzeit sofort wiedererkennen.

Welchen Kindheitstraum haben Sie sich noch nicht erfüllt?
Eine Weltreise. Ich reise viel, aber bisher war ich fast nur in Europa unterwegs. Das wird sich jedoch bald ändern. Teil eins der Weltreise ist für Ende des Jahres geplant …

Wenn Sie mit einem Fingerschnipsen etwas in Ihrem Leben ändern könnten – was wäre es, und warum?
Nichts. Ich finde mein Leben toll so, wie es ist.

Welche Figur aus einem Roman oder einem Film würden Sie gerne treffen – und was würden Sie ihm / ihr sagen?
Hach, wo soll ich anfangen? Mich interessieren vor allem starke Frauenfiguren. Phryne Fisher finde ich großartig, mit der würde ich mich gern mal unterhalten. Oder vielleicht mit Mary Crawley, Scarlett O’Hara, Elizabeth Bennet oder Pippi Langstrumpf. Und natürlich mit meiner absoluten Lieblingsheldin Jane Eyre.

Was bedeutet Familie für Sie?
Rückhalt und Zuhause. Ohne meine Familie hätte ich vieles nicht geschafft. Und es würde mir der Lebensmittelpunkt fehlen.

Haben Sie ein Lieblingsbuch?
Das wechselt je nach Lebensphase. Charlotte Brontёs «Jane Eyre» hat mich jedoch sehr stark beeinflusst und ist mir noch immer wichtig.

Lieblingszitat?
Wer nicht will, findet Gründe. Wer will, findet Wege.

Wie würden Sie sich in drei Wörtern beschreiben?
Puh, das überlasse ich lieber anderen … ☺

Was ist Ihnen wichtig, am Ende eines oder vielleicht sogar: eines jeden Tages getan zu haben?
Etwas, das ich noch nie zuvor getan habe. Ich finde es wichtig, neue Erfahrung zu machen, gerade als Autorin, und deshalb lege ich großen Wert darauf, immer wieder Neues auszuprobieren. Das kann einfach nur ein Café sein, in dem ich noch nie gearbeitet habe, ein neues Gericht, das ich noch nie probiert habe, oder eine andere Kleinigkeit. Hauptsache, ich habe etwas gemacht, das ich noch nie zuvor so gemacht habe.

Die beste Entscheidung Ihres Lebens war?
Alle anderen Jobs zu schmeißen und es zu wagen, nur vom Schreiben zu leben.

Wann können Ihre Leser mit dem nächsten Buch rechnen?
«Wenn ich tot bin» ist ja gerade erschienen, und ich bin sehr gespannt, wie das Buch ankommt. Ich arbeite derweil am nächsten Stadler-Montario-Thriller, der an einem ganz neuen Schauplatz, nämlich in den französischen Alpen spielen wird. Ich darf also wieder reisen …

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