Sarah SaxxFoto © Fotografie Monika Aigner

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für diese Fragen nehmen!

Wann haben Sie bemerkt, dass Sie ein Talent zum Schreiben haben?
Als ich meinen ersten Roman „Auf Umwegen ins Herz“ veröffentlicht hatte und dieser in den Charts kontinuierlich nach oben kletterte, wurde mir bewusst, dass es nicht so schlecht sein konnte, was ich geschrieben hatte. Als die ersten Rezensionen gepostet wurden und ich merkte, dass den die Geschichte von Jana und Julian den Leuten tatsächlich gefiel, habe ich bemerkt, dass nicht nur Glück für den Erfolg des Buches verantwortlich war.

Wie hat sich Ihr Leben nach den ersten Veröffentlichungen verändert?
Wurden Sie vom Erfolg überrascht?
Der Erfolg hat mich regelrecht erschlagen. Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass gleich mein erster Roman auf Platz 1 der Kindle-Charts landen würde. Ich hatte nicht geplant, von dem Tag an Autorin zu sein, obwohl ich es mir in Gedanken natürlich hübsch ausgemalt hatte, von nun an hauptberuflich zu schreiben. Dass sich dieser Traum tatsächlich erfüllen würde, damit hatte ich nicht gerechnet.

Wieso haben Sie sich für den Selbstverlag entschieden?
Erst als ich erfahren hatte, dass es möglich ist, Bücher auf so unkompliziertem Weg selbst zu veröffentlichen, hab ich überhaupt angefangen zu schreiben. Am Anfang war ich unglaublich verunsichert, hatte Angst, zu schlecht zu schreiben, um überhaupt einen Verlag zu finden und wollte mir diese Niederlage von Beginn an ersparen, indem ich meine Bücher selbst verlege.
Inzwischen hab ich auch Verlagserfahrung, bin aber nach wie vor im Self-Publishing tätig, da ich die Flexibilität sehr schätze, neben der Tatsache, für alle Entscheidungen selbst einzustehen – auch wenn es definitiv seine Vorteile hat, Verantwortung abzugeben und von der Erfahrung und Reichweite von Verlagen zu profitieren.

Was ist für Sie der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?
Der Anfang fällt mir meist sehr leicht. Ich muss nur den richtigen Draht zu den Protagonisten aufbauen – was aber normalerweise kein Problem ist, da ich im Vorfeld ausführlich plotte und mir schon vor dem ersten Satz Gedanken über die Charaktere mache.
Wirklich schwierig wird es für mich, wenn ich mich dem Ende nähere. Meist schon einige Kapitel vor dem letzten Satz merke ich, wie ich langsamer werde und mich zum Schreiben überreden muss, da ich mich nicht von den Protagonisten trennen will.

Haben andere Autoren Sie beeinflusst – und wenn ja: Wie?
Ich lese verhältnismäßig viel – zwischen dreißig und fünfzig Bücher pro Jahr. Das formt und erweitert auf jeden Fall meinen Stil. Außerdem wird die Fantasie auf ganz eigene Weise angeregt. Neue Ideen entstehen manchmal nur aufgrund der Grundstimmung eines Romans, den ich gerade gelesen habe. So zum Beispiel ist mein „KING of Chicago: Verliebt in einen Millionär“ entstanden, nachdem ich die Driven-Reihe von K. Bromberg gelesen habe. Dirty, Rich und Thug haben sich nach dem Lesen der King-Reihe von T. M. Frazier in meinem Kopf entwickelt.

Wie lange dauerte es von der Idee, bis zum fertigen Produkt?
Das kann man schwer sagen. Die Ideen tauchen irgendwann in meinem Kopf auf und wenn sie gut sind, notiere ich sie, um sie irgendwann in einen Roman zu verwandeln. Diese schlummern dann oft monate- wenn nicht jahrelang auf meinem Computer, da ich meist zwischen einem und eineinhalb Jahre im Voraus plane, in welcher Reihenfolge ich die nächsten Bücher. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, dass ich an dem Roman schreibe, dauert es im Schnitt zwischen zwei und vier Monate, bis er geschrieben ist. Noch einmal gut ein bis eineinhalb Monate dauern das Lektorat, das Korrektorat und der Buchsatz, ehe der Roman schließlich erscheint.

Schreiben Sie mit der Hand, der Schreibmaschine, dem Computer? Wie darf man sich Ihren Arbeitsplatz vorstellen?
Ich schreibe ausschließlich am Computer. Jede Idee wird sofort digital festgehalten, und wenn der Computer gerade nicht in Reichweite ist, tippe ich die Idee aufs Handy, um sie später auf den Computer zu übertragen. Würde ich die Notizen per Hand machen, würde ich sie vermutlich nicht mehr entziffern können (davon abgesehen, dass ich vermutlich den Zettel verlieren würde). Anfangs hab ich versucht, mit Notizbüchern zu arbeiten, aber da ich die nicht immer bei mir habe (im Gegensatz zu meinem Handy) hatte sich das Thema schnell wieder erledigt.

E-Books oder Papierdruck?
Was halten Sie von Eselsohren in Büchern?
Meine Bücher erscheinen sowohl als E-Book als auch als Taschenbuch und neuestens sogar als Hardcover. Ich selbst lese inzwischen wieder hauptsächlich Taschenbücher, da ich es liebe, schöne Bücherregale zu Hause zu haben. Lange Zeit jedoch hab ich ausschließlich E-Books gelesen und auch heute noch greife ich hin und wieder zur digitalen Version, gerade dann, wenn ich unterwegs bin und an Gepäck sparen möchte.
Eselsohren gehen für mich gar nicht, genauso wenig wie Leserillen. Ich bin da sehr empfindlich, was das Thema betrifft, und leihe deshalb auch keine Bücher her (außer an meine Mama, aber die weiß, dass sie den Buchrücken nicht knicken darf).

Nehmen Sie sich die Kritiken, zu Ihren Büchern zu Herzen?
Ich versuche, wirklich jede Rezension zu lesen und freue mich natürlich, wenn die Leser rundum zufrieden und glücklich mit der Story sind. Negative Rezensionen nehme ich mir insofern zu Herzen, dass ich berechtigte Kritik aufnehme und versuche, daraus zu lernen und zu reifen.

Was ist das Geräusch/der Geruch Ihrer Kindheit?
Einen großen Teil meiner Kindheit habe ich in der Einflugschneise eines Flughafens gewohnt. Ich fand es immer wahnsinnig aufregend und toll, die Flugzeuge beim Starten und Landen zu beobachten. Ich hab mich gefragt, wo sie hinfliegen und von wo sie kommen und hab den Lärm nie als Belästigung empfunden, sondern als Sommer-Sonne-Urlaubs-Sehnsuchtsgefühl.

Welchen Kindheitstraum haben Sie sich noch nicht erfüllt?
Ich kann mich nur an zwei große Kindheitsträume erinnern – und beide hab ich mir erfüllt:
Nachdem ich meinen ersten Pferderoman gelesen hatte, war der Wunsch, selbst einmal zu reiten, enorm. Meine Eltern hatten mir diesen Traum jedoch nicht erfüllt (oder erfüllen können). Kurz nach Beendigung meines ersten Romans (in dem auch Julian ein guter Reiter ist) hab ich meine ersten Reitstunden genommen – und war irgendwie enttäuscht, da ich nicht diese Verbindung zum Pferd aufbauen konnte, die ich mir erhofft hatte.
Dann wollte ich als Kind immer ins Disneyland. Dieser Traum hat sich bereits mit zwölf Jahren das erste Mal erfüllt, als ich mit meinen Eltern in Florida war und wir den Walt Disney World Resort besucht haben. Seitdem war ich noch vier Mal in Paris im Disneyland, zuletzt erst an Ostern mit meinem Mann und unseren Kindern.

Wenn Sie mit einem Fingerschnipsen etwas in Ihrem Leben ändern könnten – was wäre es, und warum?
Nichts – ich bin wirklich mit allem rundum zufrieden und glücklich. Jedoch würde ich, wenn ich könnte, all den Hass, Neid und Hunger auf der Welt für immer entfernen. Ich bin ein sehr harmoniebedürftiger Mensch und zu wissen, dass in so vielen Ländern Krieg herrscht, die Menschen in Angst leben und hungern müssen, macht mich unglaublich traurig.

Welche Figur aus einem Roman oder einem Film würden Sie gerne treffen – und was würden Sie ihm / ihr sagen?
Ich würde wahnsinnig gern mit Peter Pan nach Nimmerland fliegen und dort für sehr lange Zeit bleiben. Ich finde es einfach toll, dass er sich seine Kindheit erhalten hat. So schade, dass viele Erwachsene ihr inneres Kind für tot erklärt haben und meinen „erwachsen und vernünftig“ sein zu müssen. Das würde ich ihm auch sagen.

Was bedeutet Familie für Sie?
Ich bin in einer großen Familie aufgewachsen und habe in eine noch größere Familie hineingeheiratet. Ein Leben ohne Familie in meiner Nähe ist völlig undenkbar für mich. Meine Mama und meine Schwiegereltern leben bei uns im Haus und ich bin so froh, dass unsere Kinder so geliebt und umsorgt aufwachsen. Wir helfen alle immer zusammen und sind füreinander da. Wir essen oft alle gemeinsam an einem Tisch und reden über Gott und die Welt. Das ist für mich Familie.

Haben Sie ein Lieblingsbuch?
Lieblingszitat?
Mich auf ein einziges Buch zu beschränken wäre unmöglich, da es so viele unfassbar gute Bücher gibt, die mich und mein Leben geprägt haben.

Wie würden Sie sich in drei Wörtern beschreiben?
Familienmensch – Optimistisch – Perfektionistisch

Was ist Ihnen wichtig, am Ende eines oder vielleicht sogar: eines jeden Tages getan zu haben?
Zu lachen, mit meinen Kindern zu kuscheln, meinen Mann zu küssen und in einem Buch gelesen z uhaben
Die beste Entscheidung Ihres Lebens war?
Meinen Mann zu heiraten. Mich nicht davon abhalten zu lassen, meinen Traum vom Schreiben zu leben.
Wann können Ihre Leser mit dem nächsten Buch rechnen?
Mein nächster Roman „EXTENDED hope: Hayley und Aaron“ erscheint im Juli 2019.

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