autorenbild 1_swFoto: Vera Buck

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für diese Fragen nehmen!
Bitte 🙂

Wann haben Sie bemerkt, dass Sie ein Talent zum Schreiben haben?
Ich habe schon immer geschrieben. Das war für mich als kleines Kind keine Frage von Talent, sondern von Notwendigkeit. Ich habe kleine Bücher verfasst und gebastelt, und wenn ich kein Papier und Bleistift zur Hand hatte, dann habe ich im Kopf weitergeschrieben. Mit sieben hatte ich meinen ersten kleinen Roman fertig, ein Buch über einen Jungen Namens Theo. Von „Talent“ habe ich überhaupt erst in der dritten Klasse gehört, als ich einen neuen Klassenlehrer bekam, der mich dann zu einem Schreibwettbewerb angemeldet hatte. Aber bei dem Schreibwettbewerb gab es ein Thema und Vorgaben, darum habe ich gestreikt. Ich wollte mir nicht vorschreiben lassen, was ich zu schreiben habe.

Wie hat sich Ihr Leben nach den ersten Veröffentlichungen verändert?
Wurden Sie vom Erfolg überrascht?
Ja ich denke schon. Und ich bin auch immer wieder überrascht, wenn ich plötzlich Briefe oder Emails von begeisterten Lesern bekomme, oder Anrufe von der Presse. Plötzlich gibt es da Blöcke in meinem Wochenplan, die „Social Media“ heißen oder „Webseite/Presseanfragen“. Ich gebe auch Mentoring-Stunden, um anderen Schreibenden bei ihren Projekten zu helfen. Ansonsten hat sich eigentlich nichts verändert. Ich tue das, was ich schon immer getan habe. Nur dass ich es jetzt wirklich meinen Beruf nennen kann.

War es schwierig für das erste Buch einen Verlag zu finden?
Ehrlich gesagt viel einfacher als gedacht. Ich hatte bei einem Wettbewerb mitgemacht, darum waren schon vor der Veröffentlichung ein paar Verlage interessiert. Und nachdem das Buch fertig war, habe ich mir eine Agentin genommen, die das Manuskript dann noch breiter rausgeschickt hat. Ein paar Wochen später hatte ich dann die Angebote auf dem Tisch. Es ist alles so schnell gegangen, dass ich es selbst kaum glauben konnte.

Was ist für Sie der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?
Nichts davon, denn ich liebe beides! Eine leere erste Seite ist wie ein glatter Pool oder eine unberührte Fläche Schnee: Ich muss mich da einfach hineinstürzen. Und in dem letzten Satz liegt immer etwas endgültiges, feierliches. Es ist ein unglaubliches Gefühl, ein Buch fertigzustellen, an dem man so lange geschrieben hat. Ich wünschte, es würde viel mehr letzte Sätze geben.

Haben andere Autoren Sie beeinflusst – und wenn ja: Wie?
Bestimmt haben sie das. Das beginnt ja schon ganz früh, mit allem, was man als Kind so liest. Ich habe Bücher verschlungen, vor allem Enid Blyton und Astrid Lindgren. Als ich in der Grundschule war, hatte ich in der Tageszeitung mal einen Zeitungsartikel über Astrid Lindgren gefunden, den ich ausgeschnitten und über mein Bett gehängt habe. Damals war sie mein Vorbild. Wann immer mich jemand gefragt hat, was ich werden wollte, wenn ich groß bin, habe ich gesagt: Schriftstellerin.

Wie lange dauerte es von der Idee, bis zum fertigen Produkt?
Sehr unterschiedlich, für Runa habe ich fünf Jahre gebraucht, für das Buch der Vergessenen Artisten drei. Manchmal geistern die Geschichten schon ganz lange im Kopf herum, dann kann man überhaupt nicht sagen, wann die Idee tatsächlich gekommen ist. Mein nächstes Buch ist so ein Fall. Das will ich nächstes Jahr rausbringen.

Schreiben Sie mit der Hand, der Schreibmaschine, dem Computer? Wie darf man sich Ihren Arbeitsplatz vorstellen?
Ich habe einen Schreibtisch zu Hause mit einer großen Pinnwand, an der immer Fotos, Bilder und Notizen kleben. Aber es ist nicht gesagt, dass ich immer dort arbeite. Vieles passiert im Kopf, während ich unterwegs bin, vor allem Dialoge entstehen bei mir oft so. Generell schreibe ich am Laptop, aber wenn ich gerade nichts anderes zur Hand habe, muss auch schonmal eine Restaurantserviette, ein Eintrittsticket oder eine Buchseite als Schreibmaterial herhalten. Kommt uns das irgendwie von Runa bekannt vor? Vielleicht 😉

EBooks oder Papierdruck?
 Was halten Sie von Eselsohren in Büchern?
Meinen Sie mit Eselsohren Knicke an Stellen, die ich toll fand? Dann finde ich nichts schlimmes daran. Meine Bücher werden gelesen, zerlesen und markiert. Ich schreibe und male in die Bücher, die ich lese. Ebooks sind praktisch, wenn man unterwegs oder im Urlaub ist. Aber mir fehlt trotzdem die Haptik, die ein papiergedrucktes Buch hat.

Nehmen Sie sich die Kritiken, zu Ihren Büchern zu Herzen?
Mich interessiert es, was die Leser und Kritiker denken. Aber nicht so sehr, als dass ich das, was ich schreiben und erzählen will deswegen ändern würde.

Was ist das Geräusch/der Geruch Ihrer Kindheit?
Das ist eine schwierige Frage.Vielleicht ist der Kassettenrekorder das Geräusch meiner Kindheit. Ich habe Enid Blytons Fünf Freunde rauf und runter gehört.

Haben Sie ein Lieblingsbuch?
Ja. Es ist das, an dem ich gerade schreibe. 🙂

Wann können Ihre Leser mit dem nächsten Buch rechnen?
Wenn alles gut geht im Frühjahr 2019.

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