KatjaBrandis 2018 Copyright Petra HaidnCopyright Petra Haidn

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für diese Fragen nehmen!
Wann haben Sie bemerkt, dass Sie ein Talent zum Schreiben haben?
Als ich anfing, waren meine Geschichten noch ziemlich schlecht … aber so etwa mit 14 Jahren merkte ich, dass die Storys bei meinen Mitschülern gut ankommen, viele haben sich meine Manuskripte ausgeliehen. Das war ein recht guter Anhaltspunkt, dass ich Talent habe. Das hätte mir aber nicht viel genutzt, weil ich nicht so viel geschrieben hätte … als mein erster Roman schließlich erschienen ist, hatte ich schon 15 komplette Buchmanuskripte in der Schublade, d.h. jede Menge Übung!

Wie hat sich Ihr Leben nach den ersten Veröffentlichungen verändert?
Wurden Sie vom Erfolg überrascht?
Die ersten Veröffentlichungen haben mir einen enormen Schub gegeben nach einer jahrelangen Phase von „Das will ja eh keiner lesen, sonst würde ich doch einen Verlag finden“. Es war total schön, endlich ein gedrucktes Buch von mir in der Hand zu halten. Ich konnte nicht ahnen, dass es von meinem ersten veröffentlichten Roman bis zum großen Erfolg mit Woodwalkers noch 15 Jahre dauern würde!

War es schwierig für das erste Buch einen Verlag zu finden?
Ja, sehr, es hat Jahre gedauert. Ich habe meine Manuskripte einfach so an den Verlag geschickt, das funktioniert heute gar nicht mehr, heute läuft alles über Agenturen. Damals hat es auch schon nicht so blendend funktioniert, der Verlag, bei dem es später geklappt hat, hat sich ein Jahr Zeit gelassen mit der Antwort!
Was ist für Sie der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?
Der erste Satz ist auf jeden Fall am schwierigsten, weil ich erst einmal den richtigen Ton für den jeweiligen Roman finden muss. In den ersten Kapiteln müssen außerdem die Figuren zum Leben erwachen, ich muss erstmal ins Buch hineinfinden. Der Schluss ist dagegen easy.

Haben andere Autoren Sie beeinflusst – und wenn ja: Wie?
Es gibt viele Leute, die einfach göttlich gut schreiben können. Mein erstes Vorbild war Mark Brandis, nach dem ich mich auch benannt habe, zu Anfang habe ich seinen Stil imitiert, bis ich meinen eigenen entwickelt habe. Heute lese ich immer noch sehr viel und lerne aus jedem Buch etwas, ob es nun so war, dass der Autor/die Autorin etwas besonders gut hinbekommen hat oder das Buch nichts getaugt hat (dann analysiere ich, was der Autor falsch gemacht hat).

Wie lange dauerte es von der Idee, bis zum fertigen Produkt?
Die Idee meines neusten Romans „Khyona – Im Bann des Silberfalken“ hat Jahre gebraucht, bis sie sich in meinem Kopf fertig entwickelt hat. Als ich erstmal das Exposé aufgeschrieben und an den Verlag geschickt hatte, ging es dann vergleichsweise schnell, nach eineinhalb Jahren lag das fertige Buch in den Läden. Für Planung, Recherche, Schreiben und Überarbeiten rechne ich so ca. ein halbes Jahr.

Schreiben Sie mit der Hand, der Schreibmaschine, dem Computer? Wie darf man sich Ihren Arbeitsplatz vorstellen?
Ich habe ein eigenes Arbeitszimmer, in dem Platz für meine Belegexemplare, Rechercheliteratur, Projektordner, Autogrammkartenstapel und so weiter ist. Manchmal nenne ich das Zimmer „meine Bücherhöhle“, es ist sehr gemütlich dort, der Blick geht auf Bäume und Wiesen, und ich kann mich richtig in meine Geschichten versenken und tippe sie in den Computer ein.

EBooks oder Papierdruck?
Beides finde ich gut – Bücher aus Papier sind für mich das Schönste, aber auf Reisen sind sie mir oft zu schwer, dann lade ich mir ein halbes Dutzend oder ein Dutzend Bücher auf den Reader. Auch Bücher, von denen ich weiß, dass ich sie nur einmal lesen werde, lade ich mir auf den Reader, weil mein Bücherregal sowieso schon fast platzt.

Was halten Sie von Eselsohren in Büchern?
Das müssen die Bücher aushalten – Gebrauchsspuren sind wie Ehrenabzeichen! Ungelesene, nach Jahren noch neuwertige Bücher sind ganz sicher unglücklich.
Nehmen Sie sich die Kritiken, zu Ihren Büchern zu Herzen?
Wenn die Kritik berechtigt ist, nehme ich sie an – ich habe auch schon schlechten Kritiken gelernt. Wenn die miese Kritik einfach Geschmackssache, blöd oder bösartig ist, ignoriere ich sie … man lernt mit der Zeit, sie mit einem Achselzucken abzutun.

Was ist das Geräusch/der Geruch Ihrer Kindheit?
Frisch gemähtes Gras.

Welchen Kindheitstraum haben Sie sich noch nicht erfüllt?
Mit Mantas und Walhaien zu tauchen!

Wenn Sie mit einem Fingerschnipsen etwas in Ihrem Leben ändern könnten – was wäre es, und warum?
Ich würde etwas mehr Gesundheit für meine Familie herbeischnipsen. Sonst ist unglaublicherweise alles perfekt.

Welche Figur aus einem Roman oder einem Film würden Sie gerne treffen – und was würden Sie ihm / ihr sagen?
Ich würde gerne mit Carag einen Tag in der Wildnis verbringen – er kann gerne in seiner Pumagestalt auftauchen …

Was bedeutet Familie für Sie?
Geborgenheit, zusammen lachen, Freude und Trost finden

Haben Sie ein Lieblingsbuch?
Nicht nur eins, sehr viele! Zurzeit liebe ich die Fantasyromane von Naomi Novik sehr, „Das dunkle Herz des Waldes“ und „Spinning Silver“ haben mich begeistert.
Lieblingszitat?
„Bücher müssen so schwer sein, sie enthalten eine ganze Welt“ (Cornelia Funke)

Wie würden Sie sich in drei Wörtern beschreiben?
Offen, optimistisch, lese- und schreibwütig

Was ist Ihnen wichtig, am Ende eines oder vielleicht sogar: eines jeden Tages getan zu haben?
Mit meinem neusten Buch weitergekommen zu sein, Zeit mit meinem Sohn verbracht zu haben, draußen gewesen zu sein.

Die beste Entscheidung Ihres Lebens war?
Mit dem Schreiben anzufangen und ein Kind zu bekommen!

Wann können Ihre Leser mit dem nächsten Buch rechnen?
Sehr bald, im Januar 2019 erscheint „Woodwalkers“ Band 6, im Herbst die Fortsetzung „Khyona – Die Macht der Eisdrachen“

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