Interview mam Claudia Praxmayer

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(c) Ute Michel

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für diese Fragen nehmen!

Wann haben Sie bemerkt, dass Sie ein Talent zum Schreiben haben?
Ich habe mir schon als Kind gerne Geschichten ausgedacht und aufgeschrieben, als Jugendliche mich dann (erfolglos) an der Poesie versucht und später war Schreiben Teil meines Arbeitsalltags als PR-Beraterin. Ich glaube, bei mir ist das einfach organisch gewachsen.

Wie hat sich Ihr Leben nach den ersten Veröffentlichungen verändert?
Wenig, denn ich habe ja bereits vor der „Bienenkönigin“ Bücher veröffentlich – zuerst Ratgeber und Sachbücher und vor etwa fünf Jahren meinen ersten Öko-Thriller für Erwachsene. Doch, eine Sache gibt es, die sich verändert hat: Mein Terminkalender ist deutlich voller geworden mit all den Lesungen, Messen und Abgabeterminen.

War es schwierig für das erste Buch einen Verlag zu finden?
Ich denke, beim ersten Buch ist es immer etwas schwieriger. Da muss man dranbleiben, darf nicht aufgeben. Ich hatte glücklicherweise eine Agentin gefunden, die an mich und meine „Öko-Themen“ geglaubt hat und die schon „Bluterde“, mein erstes Buch, gut untergebracht hat.

Was ist für Sie der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?
Den letzten. Definitiv! Der erste Satz ploppt einfach irgendwann im meinem Kopf auf, fällt mir oft schon während der Recherchephase spontan ein.

Haben andere Autoren Sie beeinflusst – und wenn ja: Wie?
Ja, natürlich! T.C. Boyle beispielsweise, dessen Schreibstil und Figurenentwicklung ich liebe und der sich in seinen Büchern ja ebenfalls oft mit ökologischen Themen auseinandersetzt. Oder Margaret Atwood, Elizabeth Strout, Robert Seethaler … Nur um ein paar zu nennen, denn die Liste ließe sich noch beliebig lange fortsetzen.

Wie lange dauerte es von der Idee, bis zum fertigen Produkt?
Schwer zu sagen, weil das ganz unterschiedlich ist. Manchmal trage ich eine Idee monatelang mit mir herum, irgendwann entwickelt sich daraus dann eine Geschichte, die ich erst einmal als Expose zum Papier bringe. Und manchmal habe ich plötzlich eine ganze Geschichte im Kopf, die ich sofort aufschreiben muss.

Schreiben Sie mit der Hand, der Schreibmaschine, dem Computer? Wie darf man sich Ihren Arbeitsplatz vorstellen?
Ich mache handschriftliche Notizen, schreibe die Bücher selbst aber an meinem Rechner. Mein Arbeitsplatz ist – ganz unromantisch – ein Schreibtisch, auf dem meist stapelweise Recherchematerial herumliegt – Bücher, Artikel, Fotos. Morgens steht daneben immer eine Tasse Kaffee, später am Tag wechsle ich dann zu Tee …

EBooks oder Papierdruck?
Beides, je nach Situation. Papierdruck im Normalbetrieb, auf Reisen lese ich eBooks.

Was halten Sie von Eselsohren in Büchern?
Sehr viel! Ich mache Eselsohren in meine Bücher, seit ich lesen kann. Ich weiß, manchen Menschen dreht es bei dem Gedanken den Magen um, aber für mich gehört das einfach dazu.

Nehmen Sie sich die Kritiken, zu Ihren Büchern zu Herzen?
Kommt drauf an. Mit sachlich verfasster Kritik habe ich in der Regel kein Thema. Ich lese kritische Rezensionen durch und hinterfrage, ob und was ich daraus lernen kann und wie ich meine Bücher noch besser machen kann. Etwas schwieriger wird es, wenn – gerade online – die Kritik persönlich oder unsachlich ist. Das ärgert mich manchmal schon, vor allem, weil ich den Beweggründe dahinter einfach nicht nachvollziehen kann.

Was ist das Geräusch/der Geruch Ihrer Kindheit?
Hollunderblüten

Welchen Kindheitstraum haben Sie sich noch nicht erfüllt?
Ein Nordlicht sehen! Das stelle ich mir magisch vor …

Wenn Sie mit einem Fingerschnipsen etwas in Ihrem Leben ändern könnten – was wäre es, und warum?
Ich hätte gerne mehr Zeit! Es gibt so viele Dinge, die mich interessieren, die ich gerne tun oder über die ich gerne lernen würde, aber irgendwie reicht die Zeit nie aus.

Was bedeutet Familie für Sie?
Meine Familie – dazu zähle ich auch meine engen Freunde – ist mein Zuhause, mein Hafen.

Haben Sie ein Lieblingsbuch?
Nein. Es gibt so viele Bücher, die ich liebe. Alle aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen 😉
Lieblingszitat?
Siehe oben …

Wie würden Sie sich in drei Wörtern beschreiben?
Neugierig, naturverbunden, zuverlässig

Was ist Ihnen wichtig, am Ende eines oder vielleicht sogar: eines jeden Tages getan zu haben?
Mit meinen Mitmenschen achtsam und freundlich umzugehen …

Die beste Entscheidung Ihres Lebens war?
Schwierig. Da gibt es einige. Aber in jüngster Zeit vielleicht, mit dem Meditieren begonnen zu haben.

Wann können Ihre Leser mit dem nächsten Buch rechnen?
Wahrscheinlich Frühjahr 2020

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