Interview mam Margit Ruile

Margit_Ruile© Elias Hassos

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für diese Fragen nehmen!

Wann haben Sie bemerkt, dass Sie ein Talent zum Schreiben haben?
In der fünften Klasse. Dort habe ich begonnen Internatsgeschichten mit gezeichneten Bildern in dicke DIN 5 Hefte zu schreiben und sie unter meinen Klassenkameradinnen zu verteilen.

Wie hat sich Ihr Leben nach den ersten Veröffentlichungen verändert?Wurden Sie vom Erfolg überrascht?
Es gab noch gar nicht so viel Erfolg, dass er mich überrascht hätte. Zumindest muss ich nicht mehr in ein Büro gehen, das ich nicht mag.

War es schwierig, für das erste Buch einen Verlag zu finden?
Nein, gar nicht. Ich habe mich mit einem fertigen Buch bei meiner jetzigen Agentin – der großartigen Michaela Hanauer – beworben. Dann dauerte es drei Monate, bis sie das Buch gelesen hatte, denn der Stapel war so hoch. Schließlich fragte sie mich, ob ich zu ihr in die Agentur kommen möchte, sie hätte auch schon einen Verlag für das Buch.

Was ist für Sie der schwierigere Moment – den ersten Satz zu schreiben oder den letzten?
Der erste Satz ist schwieriger.

Haben andere Autoren Sie beeinflusst?
Natürlich! Wir sind immer Zwerge auf den Schultern von Riesen.

Wie lange dauerte es von der Idee, bis zum fertigen Produkt?
Fast immer ein Jahr.

Schreiben Sie mit der Hand, der Schreibmaschine, dem Computer? Wie darf man sich Ihren Arbeitsplatz vorstellen?
Tagebücher mit der Hand, alles andere am Laptop und das überall, am Küchentisch, im Garten im Bett, auf dem Sofa und im Café.

EBooks oder Papierdruck? Was halten Sie von Eselsohren in Büchern?
Papierdruck! Ich bin keine Freundin von Eselsohren, finde sie aber auch nicht tragisch.

Nehmen Sie sich die Kritiken, zu Ihren Büchern zu Herzen?
Jaaaa! Leider. Fühlt sich an wie Liebeskummer.

Was ist das Geräusch/der Geruch Ihrer Kindheit?
Das Knistern von Feuer und der Geruch von verbrannten Maroni auf dem Küchenherd.

Welchen Kindheitstraum haben Sie sich noch nicht erfüllt?
Ich würde gerne fliegen, weiß aber immer noch nicht, wie das geht.

Wenn Sie mit einem Fingerschnipsen etwas in Ihrem Leben ändern könnten – was wäre es, und warum?
Hmm, kann mir jemand den Bänderriss, den ich gerade habe, wegzaubern?

Welche Figur aus einem Roman oder einem Film würden Sie gerne treffen – und was würden Sie ihm / ihr sagen?
Mozart aus Amadeus von Peter Shaffer. Ich würde ihm sagen, dass er besser auf sich aufpassen soll.

Was bedeutet Familie für Sie?
Familie ist, woher ich komme und wohin ich gehe.

Haben Sie ein Lieblingsbuch?
Katzenauge von Margaret Atwood

Lieblingszitat?
„Und noch was anderes glaube ich: dass alle in meinem Alter erwachsen sind, während ich nur so tue als ob.“
Margaret Atwood, Katzenauge

Was ist Ihnen wichtig, am Ende eines oder vielleicht sogar: eines jeden Tages getan zu haben?
„Nulla dies sine linea“- kein Tag ohne Zeile!

Die beste Entscheidung Ihres Lebens war?
Mir an einem Vormittag im Oktober 1996 frei genommen zu haben, um dann in unserer WG-Küche meinem jetzigen Mann zu begegnen.

Wann können Ihre Leser mit dem nächsten Buch rechnen?
Im Frühjahr 2020

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