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Foto: Pinterest/Bild.de

D’Thematik vun dësem Text ass seriö – a leider topaktuell.
Et geet ëm d’Sécherheet op eise Stroossen – an ëm den Handy.
Mir wëssen ewéi geféierlech déi zwou Saachen zesummen sinn, dat hält awer net jiddereen dovunner of, och d’Fanger während dem Fueren vum Handy ze loossen.

Dat ass onverantwortlech a schwäigeféierlech.
Ech hu kee Führerschäin, ech si just Bäifuerer, mä ganz éierlech?
Wann ech gesinn, wat op eise Stroosse lass ass, kréien ech gro Hoer.
Dat läit net nëmmen um Handy, leider ass mir och opgefall, dass och de Winker seele benotzt gëtt, Weeër geschnidde ginn, Kéiere riicht geholl ginn, asw, …
Dat muss net sinn – fuert ordentlech.
Handy ewech, d’Hänn op d’Steierrad.
A wann Dir Iech onsécher sidd – de Code de route kann hëllefen.
Passt op Iech op, an denkt un Äer Matmënschen!


Smartphone vs. Straßenverkehr

Facebook Juni 2018:
Eine junge Frau fährt ihr Auto mit erhöhter Geschwindigkeit und singt dabei ein neues, von ihr erfundenes Lied zu einer altbekannten Melodie. Ihr Video wird in wenigen Stunden 250 Mal geteilt, erzielt über 20000 Aufrufe, und fast 200 Facebook-Glückwunsch-Kommentare. Alle finden den Song super, weil es darum geht, was die deutsche Mannschaft nun tun wird, nachdem sie vom erneuten WM-Sieg-Traum vorzeitig Abschied nehmen musste. Daumen hoch, weiter so…Herzchen, Küsse, Hände-zusammen-Klatsch-Smileys. Alle sind hellauf begeistert. Außer ein paar wenigen „Spielverderbern“. Diese schreiben: „Kuck opt Strooss!“
Was mich, sowie andere Eher-Negativ-Stimmen, an diesem scheinbar harmlosen Filmchen stört, ist, dass die Sängerin den Text während des Fahrens vom Schoß abliest und es so aussieht, als ob sie sich dazu noch selber filmt. Eine ganze Minute lang. So, nun bin auch eine von denen, die immer alles zu eng sehen und stehe dazu.
In den Kommentaren schreibt die Sängerin am nächsten Tag, sie habe sich gar nicht selbst gefilmt, doch das ist nicht der Knackpunkt. Ich möchte sie nicht anprangern, sondern vielmehr nehme ich ihr Video als überfälligen Anlass mir über diesen Trend Gedanken zu machen.
Wieso wurde dieses Lied im Auto während des Fahrens aufgezeichnet und in dieser Form auf Facebook hochgeladen? Wie viele der jungen Menschen, die dieses Video teilen, stellen den Aufzeichnungsort überhaupt nicht in Frage, weil das „normal“ und sogar „cool“ geworden ist? Wie oft und zu welchen Zwecken benutzen wir unser Smartphone im Verkehr und was sind die Gefahren?
Ich persönlich finde das mittlerweile sehr gefährlich und dies ist einer der Punkte, der mir irgendwie sehr am Herzen liegt. Deshalb dieser Artikel. Nicht nur, weil ich nun Motorrad fahre und mir immer wieder jemand auf meiner Straßenseite entgegenkommt, weil er so abgelenkt von dem ist, was gerade in seinem Schoß geschieht. Und damit meine ich nun nichts Versautes.
Wer viel auf unseren Straßen unterwegs ist, bemerkt leider immer öfter, dass Autos schlängeln oder ruckartig gefahren werden. Das Handy in der Hand ist sicher oft ein Auslöser dafür.
Es wäre nicht so schlimm und es sei ja meistens nur ein kurzes „aufs-Handy-schielen“, es entsperren, lesen, antworten…und die meisten Worte gäbe das Smartphone ja schon von alleine vor…gehe alles ganz schnell…und es würde mich ja eigentlich nicht die Bohne interessieren, wenn es nicht tatsächlich blutig enden könnte.
Gottseidank konnte ich bisher noch immer ausweichen, weil ich langsam genug fuhr oder einfach Glück hatte und die Person im Auto in letzter Sekunde ihren Wagen doch noch herübergerissen hat.
Ich möchte nicht sterben oder eine Behinderung erleiden, nur weil Deutschland die WM nicht gewonnen hat oder damit Paul in genau dieser Minute weiß, dass Mina 5 Minuten Verspätung hat. Ich möchte nicht leiden, nur weil Anna einen Liter Milch und 2 marinierte Jägerschnitzel braucht. Oder weil Tommy gestern Abend so betrunken war und sich bestimmt nicht mehr an sein Rumgemache mit Juliana erinnern kann.
Ich kann total verstehen, dass Juliana traurig ist, weil Tommy sich nicht meldet und dass es von Stunde zu Stunde schlimmer wird – ja, geradezu kaum mehr auszuhalten ist. Ich weiß aber- auch aus eigener Erfahrung- dass es keine realistische Verbindung gibt zwischen Tommys Meldungs-Wahrscheinlichkeit und dem Öffnen des Nachrichtenprogrammes.
Ich will nicht umgefahren werden und mir das Halsgenick mit einem lauten Knacken brechen, nur weil Tommy heute Morgen bei Johanna aufgewacht ist und sich auch das nicht mehr erklären kann. Das soll Tommys Problem sein und nicht meins. Und schon gar nicht das meiner Familie und Freunde.
Ich wünsche und allen mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Mehr Aufklärungskampagnen mit Simulatoren um vor allem Autofahrern zu vermitteln, wie sehr man durch Selfies oder Filmen beim Autofahren abgelenkt wird.
Auf der Autobahn steht schon als Warnung, dass 2018 in Luxemburg 7 Motorradfahrer gestorben sind. Heute Abend muss diese Anzeige leider geändert werden. Es sind nun 8.
Als Autofahrer bemerke ich auf einer kurvenreichen Straße eventuell gar nicht, dass ich den Motorradfahrer so aus seinem Gleichgewicht gebracht habe, dass dieser stürzt und stirbt. Ich lasse die Kurve hinter mir und so vielleicht auch den Unfall, den ich nicht einmal sehe.
Gottseidank bemerke ich das alles dann gar nicht, denn ich vermag mir nicht vorzustellen, wie ich so weiterleben könnte. Wenn ich ein Menschenleben auf dem Gewissen hätte wegen einer bescheuerten Textnachricht oder einem Selfie mit Hasenzähnen und putzigen Hängeohren. Wenn ein Kind nie wieder von seinem Vater beim Training angefeuert werden kann oder wenn es nie wieder einen Geburtstagskuchen von Mama mit zur Schule nehmen wird. Wenn keiner mehr da ist, um ihm beizubringen, wie man Schuhe bindet oder Hunde wäscht. Wenn Eltern sich nie mehr über ein mittelmäßiges Zeugnis freuen dürfen. Wenn jemand das WM-Finale nicht mehr mit seinem Partner zusammen sehen kann, obwohl ihr beider Favorit gewinnt.
Für jedes entgegenkommende Fahrzeug ist es einfach nur unglaublich gefährlich, wenn der Gegenverkehr abgelenkt ist und auf die andere Seite gerät.
Aber auch als Fußgänger ist man durch das Benutzen von Smartphones im Straßenverkehr in Lebensgefahr und oft genug trägt man selbst Schuld daran. Diese süßen Robbenbabys im Kölner Zoo; der dicke Mann auf dem Trainingsgerät; der Junge, der voller Wut mit der Faust durch seinen Bildschirm schlägt…es gibt so viele Filme und man hat einfach zu wenig Zeit sie alle zuhause anzusehen.
Unsere Smartphones begleiten uns überall und wir sind uns größtenteils überhaupt nicht bewusst, wie oft wie diese anklicken. Und vor allem, in welchen Situationen. Beim Überqueren einer normalerweise ruhigen Straße, bei Grün auf dem Zebrastreifen oder wenn wir mit unseren Hunden auf Feld- oder Radwegen wandern. Auf dem Weg zur Schule noch schnell den Messenger checken oder ein Selfie posten, weil heute diese schwierige Matheprüfung ist und man doch nichts gelernt hat.
Die sozialen Medien sind bereits überschwemmt von Aufklärungsfilmchen zu genau dieser Problematik. Mein „Lieblings-video“ dieser Art wurde vor ein paar Jahren von der Schweizer Polizei gedreht. Ich würde mir wünschen, Sie würden folgenden Link einmal aufrufen. Dieses Video hat alles, was ein Sensibilisierungsfilm für junge Menschen haben muss.

Oder bei Youtube: „Polizei Schweiz Schockvideo“ eingeben. Aber bitte im Sitzen. Auf dem Beifahrersitz.
Immer mehr Fußgänger werden angefahren und es ist mir ein Anliegen, dass unsere Ministerien in Zusammenarbeit mit den Schulen eine besonders an die Jugend angepasste Sensibilisierungs-Strategie entwickeln, mit der sie die jungen Leute auch wirklich erreichen. Pro-Forma reicht nicht mehr. Es muss wachrütteln und verändern. Auch den Eltern sollte bewusst gemacht werden, wie stark ihre Vorbildfunktion ist und dass es NUR Nutzen hat, das Handy im Auto oder beim Spazieren in der Tasche zu lassen.
Ich benutze mein Handy nun weniger und bewusster und siehe da: Ich lebe noch! Ja, ich fühle mich sogar besser! Und ich möchte auch, dass das so bleibt. Für mich und alle Beteiligten im Straßenverkehr. Jeder von uns trägt doch Verantwortung für sein Tun. Und auf die Kleinen müssen WIR ZUSAMMEN acht geben.
Auch, wenn unsere Regierung solche Kampagnen momentan noch nicht als Priorität behandelt, so kann doch jeder Einzelne schon ganz viel tun. Und daran wollte ich Sie erinnern. Jeder kann etwas bewirken, etwas verändern, damit unsere Welt für andere sicherer wird. Es liegt in unserer Hand. DANKE.
Cathy Clement, Bettel

 

 

 

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